Tipps für (die mutigen) SelbstverlegervonAdresse dieses Artikels: http://www.sinnsucht.org/home/bericht_selbstverlag.html Copyright © 2004-2007 Janine Kecskes www.sinnsucht.org Übersicht
1. VorwegAlle, die ein fertiges Manuskript zuhause liegen haben und nun mit dem Gedanken spielen, es zu einem Buch werden zu lassen, können sich zwischen drei Möglichkeiten entscheiden.
Das was ich hier schreibe, ist für die gedacht, die sich für "Tor 3" entscheiden wollen.
2. Bücher zum ThemaBuchtitel: "Verlagsgründung in Deutschland" Ein praktischer Ratgeber für Autoren & Autorinnen, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen Autor: Michael Draksal Kurzbeschreibung (von amazon)
Ein Praxisratgeber für alle, die ihr Manuskript kostengünstig selbst veröffentlichen wollen. Buchtitel: "So verkaufen Sie Ihr Buch!" Erfolgsstrategien und Marketing für Autoren und Selbstverleger Autorin: Britta Schwarz Kurzbeschreibung (von amazon)
Der Autorenhaus-Verlag hat inzwischen eine ganze Reihe nützlicher, praxisorientierter Autoren-Ratgeber herausgebracht ... Der vorliegende Titel, der eine Fülle konkreter Informationen über den deutschen Literaturmarkt vermittelt, ist eine willkommene Ergänzung der bisher vorliegenden Ratgeber. Besonders zu loben sind die Anregungen ..., die Warnungen ... und die nützlichen Checklisten für die Vermarktung der eigenen Manuskripte. Buchtitel: "Handbuch für Erst-Autoren" Autor: Manfred Plinke Kurzbeschreibung (von amazon)
Das Handbuch macht Erst-Autoren Mut, enthält viele praktische Anleitungen und Entscheidungshilfen in Form von Checklisten. Vor allem ist es amüsant zu lesen und spendet Trost. Die zahlreichen Angaben im Hilfe-für-Autoren-Teil sind auf dem aktuellen Stand. Buchtitel: "Die besten Marketing-Tipps für Autoren. So verkaufen Sie Bücher im Selbstverlag." Autor: Andreas Mäckler Kurzbeschreibung (von amazon) Ein Ratgeber, der Ihnen sagt, wie Sie Ihre Bücher im Selbstverlag mit Gewinn verkaufen. Wie Sie einen Marketing Plan machen. So funktioniert die Zielgruppen Definition. Die besten Verkaufsargumente. Viele hundert effektive, innovative, kreative, lustige und billige Wege, Ihre Bücher anzubieten. Außergewöhnliche Werbeaktionen und Strategien. Viele Beispiele aus der täglichen Praxis erfolgreicher Selbstverleger.
3. Aufmachung
Ihr solltet Euch als erstes überlegen, wie das Buch, das ihr veröffentlichen wollt, aussehen soll.
4. Auflage (Stückzahl)
Die zweite wichtige Frage sollte sein, wie hoch Eure erste Auflage werden soll. Je mehr Bücher Ihr drucken lasst, desto günstiger wird der Stückpreis.
5. ISBN (International Standard Book Number)
Die 10-stellige Nummer wurde 1969 von der amerikanischen Library of Congress
eingeführt und dient zur eindeutigen Identifizierung eines Buches im
nationalen und internationalen Bestellwesen. Eine ISBN sieht zum Beispiel so
aus:
6. Vertriebswege
6.1
6.2
6.3
Folgende Konditionen sind dort üblich (zumindest war das vor 4 Monaten noch so):
Und hier noch mal im Klartext:
6.4
7. Lektorat / Korrektur
Ihr solltet Euer Buch auf jeden Fall und mindestens ein Mal von einem Lektor oder einer Lektorin überarbeiten lassen. Ich würde das selbst dann machen, wenn Ihr Euch in der deutschen Grammatik sicher fühlt, die neue Rechtschreibreform komplett verinnerlicht habt und auch überzeugt seid, dass die Texte nicht besser sein könnten (betr. Versmaß, Technik, Inhalt usw.). Denn man übersieht einfach schnell etwas, wenn man seine eigenen Sachen zum einhundertsten Mal durchliest. Und auch Freunden und Bekannten kann das passieren. Also spart nicht an falscher Stelle und lasst Euer Werk "probe lesen" und ggf. überarbeiten von jemandem, der sich wirklich auskennt.
8. Buchsatz
Jede Druckerei braucht Eure Texte (Seiten) natürlich in einem bestimmten Format. Meist wird eine PDF- oder EPS-Datei in Druckqualität verlangt. Also sollten alle Texte schon so angeordnet sein, wie Ihr sie später im Buch haben wollt (inkl. aller Überschriften, Seitenzahlen, Fußnoten usw.). Ihr könnt also nicht einfach Eure Seiten rüberfaxen und die machen dann ein schönes Buch draus. Auch mit einer Word-Datei können Druckereien nicht viel anfangen. Können Sie natürlich schon. Aber da das noch keine fertige Druckvorlage ist, müsst Ihr dann für alles, was die noch machen müssen, extra zahlen.
9. Druck / Laminierung / DummyEs gibt heutzutage viele unterschiedliche Möglichkeiten farbig zu drucken. Allerdings werden Bücher nicht im Laserdruck o. ä. hergestellt. Man druckt hier entweder im Digital- oder im Offsetdruck. Welche von diesen beiden Möglichkeiten für Euch sinnvoll ist, hängt davon ab, für welche Farbe Ihr Euch entschieden habt und ob Ihr auch innen farbig drucken müsst (z. B. weil Ihr Bilder im Buch habt).Der Innenteil (auch Buchblock genannt)
Wenn Ihr im Innenteil nur Text habt und keine (farbigen) Bilder, reicht es völlig aus, die Seiten im Digitaldruck herstellen zu lassen. Denn dann habt Ihr ja einfach einen "schwarz auf weiß" -Druck. Bzw. schwarz auf cremeweiß. Je nachdem ob Ihr Euch für weißes oder cremeweißes Papier entscheidet. Alle, die auch Bilder im Innenteil haben, sollten über die Unterschiede vom Digitaldruck zum Offsetdruck Bescheid wissen. Auf diese gehen wir im nächsten Teil (Cover) ausführlicher ein. Je nachdem ob Ihr ein einfaches weißes Cover möchtet oder einen bestimmten Farbton, müsst Ihr nun entscheiden, ob es Sinn macht das Cover im Offsetdruck oder Digitaldruck herstellen zu lassen. Falls die Grundfarbe (also über 50%) Eures Covers nicht weiß sein soll, lohnt es sich auch, bei der Druckerei nach einem Papier in Eurer gewünschten Grundfarbe zu fragen. Die Drucktechniken
Beim Offsetdruck können fertige Sonderfarben (z. B. von Pantone oder HKS) benutzt werden. Ihr könnt Euch also einfach eine Farbe aus einem Farbfächer aussuchen.
Digitaldruck erfolgt direkt, ohne Zwischenschritte, von Layoutdaten.
Laminierung
10. WerbungGanz gleich ob Euer Buch gut ist oder nicht, ohne Werbung werdet Ihr es nicht verkaufen. Denn wenn keiner weiß, dass es Euer Buch gibt, kann es auch keiner bestellen. Die Bekanntmachung ist also nach Fertigstellung das Wichtigste! Wie Ihr Euer Buch bekannt macht, liegt ganz in Euren Händen.Wer ein bisschen Geld zur Verfügung hat, kann natürlich kleine Anzeigen in der Tagespresse drucken lassen. Aber auch ohne großen Kostenaufwand kann man für sein Buch werben. Verteilt Handzettel oder Flyer, legt Euer Buch in den Wartezimmern von Ärzten aus, stellt Euch auf den Flohmarkt ... es gibt viele Möglichkeiten. Viele gute Hotels haben auf den Zimmern eine kleine Bibliothek. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Hotels, die mit dem Buch etwas anfangen können, bereit sind, es dort mit ins Regal zu stellen. Allerdings werden die Bücher meist nicht gekauft. Ihr müsstet also überlegen, ob es Sinn macht, 100 Bücher "für umsonst" herzugeben um dadurch vielleicht den einen oder anderen Käufer zu gewinnen. Auch hier gilt, je besser Eure Ideen sind, umso mehr werden Sie Euch nützen. Unter Umständen wird Euch der Druck von Flyern oder auch Visitenkarten nicht mal etwas extra kosten. Denn wenn Ihr Euch zum Beispiel für ein Buchcover entscheidet, dass kleiner als DIN A4 ist, wird die Druckerei trotzdem auf DIN A4 drucken. Ihr würdet also den übrigen Platz verschenken. Sprecht mit der Druckerei vorher ab, ob es möglich ist, diesen "überschüssigen" Platz für Flyer oder Visitenkarten zu nutzen. Ihr müsstet die Druckvorlage dann natürlich dementsprechend anlegen und evtl. etwas für das extra Schneiden zahlen. Aber die meisten Druckereien, werden das wahrscheinlich nicht mal in Rechnung stellen. Lasst Euch auf so vielen anderen Internetseiten wie möglich verlinken. Bringt Euch ins Gespräch. Fragt bei Radiosendern nach, ob man ein Interview mit Euch machen würde. Schickt Freiexemplare an Zeitungen und bittet um eine Rezension. Ganz egal ob der Spiegel oder nur das Wochenblatt etwas über Euch schreibt, jeder Artikel ist wichtig. Und nicht zu vergessen – Lesungen. Ob Ihr Leute zu Euch nachhause einladet, die ihre Bekannten mitbringen oder Ihr einen Raum anmietet, ist Euch überlassen (und hängt wahrscheinlich auch von Euren finanziellen Mitteln ab). Aber es ist sicher eine der besten Werbemöglichkeiten. Natürlich solltet Ihr die Zuhörer darauf hinweisen, dass das Buch aus dem Ihr vorlest, anschließend auch käuflich zu erwerben ist. Bei öffentlichen Lesungen sollte auch die Presse informiert werden. Dann wird der "Termin" in den Veranstaltungskalender aufgenommen und mit Glück kommt auch der ein oder andere Journalist vorbei und schreibt später etwas über Euch. Grundsätzlich gilt: der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt – lasst Euch etwas einfallen!
11. LesungenDa ich dieses Thema wichtig finde und daher etwas mehr dazu sagen möchte, bekommt es hier einen "eigenen Punkt" und erscheint nicht mit unter "Werbung".Eine Autorenlesung ist für jedes Buch wichtig. Gerade hier könnt Ihr Euer eigenes Werk erfolgreich präsentieren (und verkaufen). Ausserdem ist ein persönlicher Kontakt zu Euren Lesern sicher auch eine schöne und interessante Bereicherung. Da das Ganze gut organisiert sein sollte, hier also einige Tipps: Natürlich solltet Ihr Eure Lesung ankündigen. Wenn niemand von der Lesung weiß, wird auch niemand kommen. Schickt einen Newsletter raus und sagt allen Freunden, Bekannten und Eurer Familie Bescheid. Ach was schreibe ich, sagt allen Familien Bescheid! ;-) Informiert die örtliche Presse und die regionalen Radiosender, damit diese einen Veranstaltungshinweis veröffentlichen können. "Bastelt" Plakate, Postkarten oder Flyer und verteilt diese an werbewirksamen Stellen. Hängt all Euren E-Mails einen Hinweis auf das Buch und den Lesungstermin an. Versendet ruhig an die entscheidenden Personen interessant gestaltete, persönliche Einladungskarten. Die Kulturredaktionen aller Zeitschriften, die Euch einfallen, sollte nicht vergessen werden! Ihr könnt auch eine gemeinsame Lesung mit anderen Autoren veranstalten. Gerade bei einer Anthologie bietet sich sowas natürlich an. Fragt doch einfach einen anderen Autor/eine andere Autorin, den/die Ihr kennt, ob Ihr das Ganze nicht zusammen gestalten wollt. So bringt jeder "sein eigenes" Publikum mit und von denen kaufen dann ja vielleicht auch einige die Bücher des anderen Autors. Ideal wäre natürlich ein Autor, der ähnliche Sachen schreibt wie Ihr, damit die Zielgruppe in etwa die gleiche ist. Sucht Euch eine schöne, gemütliche Location für die Lesung aus. Das kann ein Café sein, eine Bar oder auch etwas Ausgefalleneres. Wie wäre es z. B. mit einer Lesung auf einem Schiff oder im Planetarium, frei nach dem Motto "Gedichte unterm Sternenhimmel"? Wichtig ist jedenfalls, dass Ihr persönlich Euch dort wohl fühlt und ungestört lesen könnt. Und wenn Ihr wollt, macht aus Eurer Lesung doch ein richtiges Ereignis: Mit Musik, Bildern, bei Kerzenlicht oder was auch immer Euch einfällt. Falls Ihr zwischen den Gedichten oder in der Pause mit ein bißchen Musik unterhalten möchtet, überlegt doch mal, ob nicht jemand den Ihr kennt, ein geeignetes Instrument spielen kann. Es sollte allerdings kein Musiker sein, dessen Spiel dann in Konkurrenz zu Eurer (Schreib-)Kunst steht. Die Gäste sollen schließlich nicht seine CD sondern Euer Buch kaufen! Wenn das Ganze in einem kleinen Rahmen stattfinden soll, könnt Ihr auch ein bißchen etwas zu essen anbieten. Ob es nur ein kleines Buffet sein soll oder ein schönes gemeinsames Dinner, hängt ganz von Euch ab. Für diese Art von Veranstaltung muß natürlich ein Eintrittspreis erhoben werden. Aus leicht nachvollziehbaren Gründen findet das Essen selbstverständlich NACH der Lesung statt! Wenn es nur Getränke geben soll, sollten diese in ausreichender Menge bereitstehen. Es gibt einfach zu viel Unruhe, wenn alle fünf Minuten jemand aufsteht, weil er Durst hat. Bittet die Gäste also vielleicht, gleich zwei Bier (oder was auch immer sie eben trinken möchten) zu bestellen, damit die Lesung dann ungestört ablaufen kann. Achtet auch auf Kleinigkeiten und schaut Euch die Location vorher an, falls Ihr noch nie persönlich dort wart. Sind genügend Stühle vorhanden? Sind Beleuchtung und die Akustik für eine Lesung geeignet? Gibt es ein Mikrophon bei grösseren Räumen? Könnt Ihr so sitzen, dass Euch alle sehen können? Oder wollt Ihr vielleicht lieber stehen? Wenn ja, muss evtl. ein Stehpult organisiert werden. Ist für den Verkauf Eurer Bücher alles organisiert (z. B. Wechselgeld) und sind genügend Bücher bereitgestellt? Ein Reservekarton im Auto ist nie verkehrt. Es kann sehr frustrierend sein, wenn man hundert Bücher hätte verkaufen können, aber bereits bei 30 der Vorrat aufgebraucht ist. Und wer weiß, vielleicht gehen sie ja an dem Abend weg wie "warme Semmeln". ;-) Falls Ihr ein neues Buch in Arbeit habt aber dieses noch nicht gedruckt vorliegt,solltet Ihr jedem zumindest eine Postkarte, ein Lesezeichen oder einen Flyer in die Hand drücken. Am besten bei der Begrüßung an der Tür. Damit Ihr Euch vor der Lesung auf Eure Texte konzentrieren könnt, kann diese Aufgabe natürlich auch von einem Freund übernommen werden. Habt Ihr Euren Lieblingsfüller dabei, um bequem signieren zu können? Braucht Ihr vielleicht eine Steckdose oder ein Verlängerungskabel für eine Leselampe(eine Ersatz-Glühbirne dabei zu haben, kann auch nicht schaden)? Gibt es genügend Wasser zu trinken, damit Ihr keinen trockenen Hals bekommt? Entscheidet Euch vorher, was Ihr lesen wollt. Und lest Euch diese Gedichte vorher zuhause mehrmals laut vor. Oder lest sie probehalber Euren Freunden vor und lasst Euch ehrlich sagen, was Ihr besser machen könnt. Lest Eure Gedichte nicht einfach nur ohne Pause runter, sondern erzählt ein wenig zu jedem der Texte. Wie und wo ist das Gedicht entstanden? Warum habt Ihr es geschrieben und für wen? Warum wollt Ihr gerade dieses Gedicht heute vorlesen? Grundsätzlich sollte eine Lesung bei Erwachsenen nicht länger als 45 Minuten und beiKindern nicht länger als 30 Minuten dauern. Seid darauf vorbereitet, vielleichtspontan noch eine Zugabe mit einem weiteren Gedicht geben zu können. Bevor Ihr mit dem Lesen beginnt, wäre es vielleicht schön, sich durch eine andere Person (Buchhändler, Bibliothekar, Bürgermeister, Presse, Gastgeber) vorstellen zu lassen. Ein guter Freund, der schon immer ein Talent dafür hatte, ein Publikum auf sich aufmerksam zu machen, tut's aber sicher auch. Sprecht solche Einleitungen vorher mit dieser Person ab.Die Einführung sollte eine Begrüßung, eine Kurzbiographie, eine Vorstellung Eurer Arbeit sowie einen Hinweis auf die Kaufmöglichkeit während der Pause enthalten. Das mit dem "kaufen in der Pause" ist ganz wichtig, denn nach der Lesung 'vergessen' die Zuhörer oftmals, ein Buch mitzunehmen und sind dann plötzlich verschwunden. Trotzdem sollte es für die, die nicht gleich weglaufen, nach der Lesung nochmals eine Möglichkeit zum Kauf des Buches, für Autogramme und ein persönliches Gespräch geben. Eine solche Gesprächsmöglichkeit sollte allerdings vor der Lesung angekündigt werden. Es ist ratsam, dass die Person, die vorher die Einleitung übernommen hat, schon ein oder zwei Fragen stellt, damit Eure Zuhörer sich auf dieses Gespräch einstellen können und sich dann vielleicht eher trauen, auch selbst Fragen zu stellen. Unter uns: Da die Aufnahmefähigkeit der Zuhörer meist sehr unterschiedlich ist, hat eine leichte Unruhe nicht unbedingt etwas mit Eurem Werk zu tun. Lasst Euch also nicht aus der Ruhe bringen oder verunsichern von Räuspern, Füßescharren und Blicken Eurer Zuhörer auf die Uhr oder aus dem Fenster. Dies ist nicht persönlich zu nehmen, sondern eine typische Krankeit unserer Zeit, da die wenigsten Menschen sich länger als fünf Minuten auf eine Sache konzentrieren können. Auch deshalb ist eine kleine Pause zwischendurch ratsam. Und achtet auf einen rechtzeitigen Schluß. Es macht keinen Sinn, Eure Lesung unnötig in die Länge zu ziehen.Wer nach 15 Minuten nicht Gefallen an Euren Werken gefunden hat, wird sicher auch nicht nach 30 Minuten Euer größter Fan. Also, ein bißchen Mut und Organisation gehört sicher dazu, aber es lohnt sich.
12. InternetauftrittEine weitere wichtige, und wie ich finde, heutzutage unumgängliche Werbefläche ist das Internet. Ich habe mittlerweile viele Käufer, die das Buch über meine Internetseite bestellen. Leute, die ich nicht persönlich kenne und von denen ich nicht mal weiß, wie Sie überhaupt auf mein Buch aufmerksam geworden sind. Aber ich weiß von anderen Selbstverlegern, die eine weniger professionelle Seite haben, dass kaum Bücher über den Shop bestellt werden. Auch hier ist es also wichtig, einen "guten" Webauftritt zu haben.Aber gute Internetseiten kosten Geld. Es ist also wichtig, sich zu überlegen, was Eure Internetseite alles braucht. Ich habe zum Beispiel festgestellt, dass E-Cards nicht wirklich viel genutzt werden. Die Kosten die dafür entstanden sind, stehen also nicht wirklich in einem Verhältnis zum "Werbefaktor". Trotzdem ist es aber so, dass mit den E-Cards ein "Mehrwert" geschaffen wurde, der Benutzer dazu animiert, die Seite wieder zu besuchen. Und neue Leute, die eine E-Card geschickt bekommen, werden so auf die Seite aufmerksam gemacht. Wahrscheinlich reicht es aber, einen Shop zu haben, und eine Unterseite auf der das Buch (inkl. einiger Probetexte) vorgestellt wird. Und eine Linkliste macht natürlich auch Sinn. Denn wenn Ihr bei Euch Links zu anderen Seiten aufnehmen könnt, werden diese Seiten Euch auch eher in ihre eigene Linkliste aufnehmen. Und dadurch wird Eure Seite natürlich noch mal bekannter. Was Ihr sonst noch alles braucht oder möchtet (Gästebuch, News-Seite, Notizbuch, Meinungen-Seite usw.) müsst Ihr selbst entscheiden. Ich würde aber lieber einen etwas kleineren Webauftritt empfehlen, der professionell gemacht ist, anstatt mir eine kostenlose 08/15-Seite mit lauter Schnickschnack aus dem Netz zu ziehen. Denn Eure Internetseite ist auch gleichzeitig Euer "Aushängeschild". Wenn Ihr das Internet also als Werbefläche und vor allem als "Bestellmöglichkeit" nutzen möchtet, würde ich unbedingt davon abraten, ausgerechnet an dieser Stelle zu sparen!
13. Finanzamt und andere, die auf Euch zukommen werdenWenn Ihr ein Buch selbst verlegt, dann müsst Ihr einen Selbstverlag gründen. Das klingt schlimmer als es ist. Aber Ihr seid dann eine Firma, wenn man's genau nimmt. Denn Ihr verkauft schließlich etwas und müsst somit auch Steuern abführen, ein Gewerbe anmelden, also Kleinunternehmer werden.Dieses Thema ist so umfangreich (und langweilig), dass ich hier nicht weiter darauf eingehen möchte. Nicht nur, weil ich zu faul bin sondern auch, weil ich gerade hier nichts Falsches erzählen möchte. Setzt Euch also am besten mal mit einem Steuerberater zusammen oder kauft ein schlaues Buch zu dem Thema. Es hängt nämlich auch davon ab, ob Ihr hauptberuflich "Schriftsteller" sein wollt (welch frommer Wunsch) oder dieses Gewerbe nur nebenbei betreibt.
14. FreiexemplareJeder, der ein Buch veröffentlicht, muss zwei Pflicht-Exemplare an die Deutsche National Bibliothek schicken, damit die ihren Sammelauftrag des deutschen Schriftgutes erfüllen können. Aber von denen bekommt Ihr sowieso Post, sobald Ihr eine ISBN beantragt habt. Und da steht dann auch drin, wohin die Bücher müssen. Also werde ich mich da jetzt nicht weiter drüber auslassen.Ihr solltet aber bei der Überlegung, wie viele Bücher Ihr drucken lassen wollt, nicht vergessen Freiexemplare zu berücksichtigen. Nicht nur die beiden eben erwähnten, sondern auch die, die Ihr z. B. an Zeitschriften, Rezensenten oder auch Radiosender schicken könnt. Je mehr Leute etwas zu Eurem Buch sagen und je häufiger darüber berichtet wird, umso besser. Falls Ihr das Glück habt, jemanden der prominent ist zu kennen, fragt einfach, ob er/sie bereit ist, seine/ihre Meinung zu dem Buch abzugeben. Diese könntet Ihr dann z. B. auf der Internetseite veröffentlichen.
15. FazitEs ist viel Arbeit und es kostet nicht nur Zeit sondern auch Geld, wenn man den Weg des Selbstverlegers wählt. Aber ich persönlich habe es bisher nicht ein Mal bereut! Klar hatte ich oft die "Schnauze voll" und wollte alles hinschmeißen aber wenn man dann mit den fertigen Büchern zuhause sitzt und die ersten Bestellungen eingehen, weiß man wofür man all das auf sich genommen hat.Man hat alles selber unter Kontrolle und ist nicht von einem Verlag abhängig, der einem sagt, was man wann und wie zu tun hat. Euer Glück liegt ganz allein in Euren Händen. Aber Ihr tragt das gesamte Risiko natürlich auch allein. Aber wenn es gut läuft, müsst Ihr auch niemandem etwas abgeben (außer dem Finanzamt natürlich). Denn auch bei BoD verdienen die an jedem Eurer Bücher. Klar, die haben ja auch für Euch gearbeitet. Aber ich spreche aus Erfahrung, wenn ich sage, man kann es auch alleine schaffen. Und was ich kann, das könnt Ihr auch! Allerdings: Selbst verlegen ist sicher nicht für jeden etwas. Daher möchte ich es hier auch nicht (ganz) pauschal empfehlen. Man muss wahrscheinlich ein offener und gesprächiger Mensch sein. Denn wer auf andere zugehen kann und sich selbst gut verkauft, dem öffnen sich auch schneller Türen. Und gute Kontakte haben, um die Kosten für alles, was man nicht selber übernehmen kann möglichst gering zu halten, können auch nicht schaden. Aber an denen kann man ja auch arbeiten, wenn man sie (noch) nicht hat. Und man muss sich darauf einstellen, dass eine Menge Arbeit auf einen zukommt. Aber man lernt wahnsinnig viel und ich persönlich finde es großartig, dass ich jetzt weiß, wie ein Buch entsteht und ich den ganzen Weg hautnah miterleben konnte. Ich wünsche jedenfalls allen, die sich auf den Weg machen wollen, ihr Buch selbst zu verlegen, viel Erfolg! Traut Euch! Mehr als schief gehen kann es nicht! Und vielleicht läuft's ja sogar richtig gut. Es liegt ganz an Euch...
16. Noch Fragen?Dass ich von dem Programmieren einer Internetseite und dem Buchsatz nicht wirklich viel Ahnung habe, wisst Ihr vielleicht bereits aus meinem Notizbuch. All diese Dinge hat Bernhard für mich übernommen. Deshalb hat er mir auch bei diesem Bericht geholfen. Wenn Ihr also Fragen habt, die diese Themen betreffen, dann könnt Ihr Euch gern an ihn wenden. Für alle anderen Fragen, stehe ich Euch natürlich weiterhin zur Verfügung.Wie Ihr mich erreicht wisst Ihr ja bereits und zu Bernhard könnt Ihr über seine Seite www.synthetics.de Kontakt aufnehmen (dort das Icon "EMAIL" doppelklicken). Auch für den Fall, dass Ihr Hilfe von Ihm betr. Eurer eigenen Internetseite wünscht oder er den Buchsatz für Euch übernehmen soll, könnt Ihr ihn gern kontaktieren. Da Ihr über mich Kontakt zu ihm aufnehmt, wird er Euch sicher ein gutes Angebot machen. Jedenfalls hat er das versprochen. ;-) Wir beide hoffen, dass wir Euch ein bisschen weiterhelfen konnten und freuen uns darauf, von Euch zu hören. Denn Anregungen und Fragen sind herzlichst willkommen! Liebe Grüße und viel Erfolg! Janine |